Selbstcheck: Wie gut ist Ihr EHS-Management aufgestellt?
Ein kurzer Selbstcheck zeigt, wie gut das EHS-Management tatsächlich funktioniert und schafft einen schnellen Überblick über mögliche Schwachstellen und Handlungsbedarf.

Auch wenn im EHS-Management alles gut läuft, kann es nicht schaden, einzelne Abläufe und Strukturen zwischendurch bewusst zu hinterfragen. Die folgenden Fragen sollen helfen, kurz zu prüfen, ob Verantwortlichkeiten, Prozesse und offene Themen wirklich so klar und verlässlich geregelt sind, wie sie sein sollten.
EHS lässt sich nicht vollständig an Fachkräfte, Beauftragte oder externe Dienstleister abgeben. Die Geschäftsführung bleibt dafür verantwortlich, die organisatorischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz im Alltag verlässlich funktionieren. Der kurze Selbstcheck schafft einen guten Überblick über die eigene Organisation und zeigt mögliche Schwachstellen auf.
Checkliste
1. Verantwortlichkeiten
☐ Sind Aufgaben, Entscheidungsbefugnisse und Vertretungen schriftlich und verständlich geregelt?
☐ Wissen Führungskräfte, welche Aufgaben sie in ihrem Bereich wahrnehmen müssen?
☐ Sind erforderliche Beauftragte und Fachpersonen bestellt?
☐ Werden für die Maßnahmen ausreichend Zeit, Budget, Personal und fachliche Unterstützung bereitgestellt?
⚡Eine gut aufgestellte Arbeitsschutz- und Umweltschutzorganisation zeichnet sich durch klar geregelte Verantwortlichkeiten, eindeutig übertragene Aufgaben, festgelegte Kontrollpflichten sowie die erforderliche Qualifikation und Bestellung der zuständigen Personen aus.
2. Risiken und Rechtspflichten
☐ Gibt es eine aktuelle Übersicht über die wesentlichen EHS-Anforderungen für das Unternehmen?
☐ Werden relevante Rechtsänderungen regelmäßig überwacht?
☐ Gibt es einen Überblick über die für das Unternehmen geltenden Pflichten?
☐ Werden neue Anforderungen systematisch umgesetzt und dokumentiert?
☐ Wissen Sie, welche Risiken im Betrieb besondere Aufmerksamkeit benötigen, beispielsweise Gefahrstoffe, Maschinen, Verkehrswege, psychische Belastungen, Abfall oder Gewässerschutz?
⚡EHS-Anforderungen ergeben sich aus vielen unterschiedlichen Vorschriften. Hinzu kommen Genehmigungen, behördliche Auflagen, technische Regeln und regelmäßig neue oder geänderte Vorgaben.
3. Maßnahmensteuerung und Wirksamkeit
☐ Werden Maßnahmen aus Gefährdungsbeurteilungen, Audits, Begehungen oder Behördenauflagen zentral verfolgt?
☐ Sind für Maßnahmen Verantwortliche und Fristen festgelegt?
☐ Wird überprüft, ob umgesetzte Maßnahmen tatsächlich wirksam sind?
⚡Festgestellte Probleme allein zu dokumentieren, reicht nicht. Entscheidend ist, dass daraus konkrete Maßnahmen entstehen und diese auch abgeschlossen werden.
4. Notfälle
☐ Sind Notfallpläne und Zuständigkeiten aktuell?
☐ Wissen die beteiligten Personen, was im Ernstfall zu tun ist?
☐ Werden Notfallabläufe regelmäßig überprüft oder erprobt?
☐ Werden Ereignisse und Beinaheereignisse anschließend ausgewertet und notwendige Maßnahmen abgeleitet?
⚡Entscheidend ist daher nicht nur, ob entsprechende Listen und Pläne vorhanden sind, sondern ob im Ernstfall qualifizierte Personen, geeignete Mittel und funktionierende Meldewege tatsächlich zur Verfügung stehen.
5. Transparenz und Steuerung
☐ Erhält die Geschäftsführung regelmäßig einen kompakten Überblick über die wesentlichen EHS-Themen?
☐ Sind wesentliche Risiken und kritische Abweichungen darin erkennbar?
☐ Ist auf einen Blick erkennbar, wo wichtige Maßnahmen oder Fristen offen beziehungsweise überfällig sind?
☐ Ist klar, bei welchen Themen eine Entscheidung, Freigabe oder zusätzliche Ressource durch die Geschäftsführung erforderlich ist?
⚡Die Geschäftsführung muss nicht jedes EHS-Detail kennen. Sie braucht aber die Informationen, die für Entscheidungen und die Steuerung des Unternehmens relevant sind.
Wie fällt Ihr Check aus?
Bei dem Check geht es nicht darum, überall sofort ein „Ja“ setzen zu können. Aussagekräftiger sind die Punkte, bei denen Unsicherheit besteht oder Informationen fehlen.
Müssen Unterlagen erst gesucht werden? Ist nicht eindeutig geregelt, wer für ein Thema zuständig ist? Oder gibt es Maßnahmen, aber keinen verlässlichen Überblick über den aktuellen Stand? Solche Punkte zeigen, wo genauer hingeschaut werden sollte.
Für die Geschäftsführung ist vor allem entscheidend, dass Verantwortlichkeiten klar geregelt, rechtliche Anforderungen bekannt, wesentliche Risiken transparent und offene Maßnahmen jederzeit nachvollziehbar sind.